Anlass: 82. Jahrestag der Ermordung Ernst Thälmanns im Konzentrationslager Buchenwald am 18.8.1944
Am: Sonnabend, den 22. August 2026 in Berlin, 14 Uhr, Wo: Vor dem Ernst-Thälmann-Denkmal, im Ernst-Thälmann-Park, Redner: Ellen Brombacher (Kommunistische Plattform in der Linkspartei) und Max Renkl (Freundeskreis „Ernst Thälmann“ Ziegenhals-Berlin)
Am: Sonntag, den 23. August 2026, 11:30 Uhr Wo: Vor dem Gedenkstein für die „Ziegenhalser Tagung“ (gegenüber dem Areal der geschändeten und zertrümmerten Ernst-Thälmann-Gedenkstätte, Seestr. 27, Niederlehme, Ziegenhals) Redner: Ralf Kubitza (Vorsitzender der der Regionalgruppe des RotFuchs Königs Wusterhausen) und Max Renkl (Freundeskreis „Ernst Thälmann“ Ziegenhals-Berlin) Musik: RotFuchs Singegruppe
Veranstalter: Freundeskreis „Ernst Thälmann“ e. V. Ziegenhals-Berlin

Ellen Brombacher (Kommunistische Plattform in der Linkspartei)
Bericht: Der Freundeskreis „Ernst Thälmann“ e. V. Ziegenhals-Berlin führte auch in diesem Jahr zwei Kundgebungen anlässlich des 82. Jahrestages der Ermordung Ernst Thälmanns im Konzentrationslager Buchenwald durch. Die Kundgebungen standen unter dem Motto : „Werktätige – Hand in Hand! Antifaschisten – Schulter an Schulter! Schluss mit „spalte und herrsche!“
In Berlin vor dem 1986 eingeweihten Ernst-Thälmann-Denkmal im gleichnamigen Park sprachen der Vorsitzender des Freundeskreises, Max Renkl, sowie Ellen Brombacher als Vertreterin der Kommunistischen Plattform in der Linkspartei vor rund 100 Teilnehmenden. Wieder waren junge und junggebliebene Gäste, international und aus verschiedenen Organisationen und Parteien anwesend, um gemeinsam dem KPD-Vorsitzenden und Arbeiter Ernst Thälmann zu gedenken. Max Renkl wies auf die andauernden Baumaßnahmen am und im Denkmal hin, weshalb das Monument immer noch eingezäunt ist. Er warnte auch davor, dass das Thälmann-Denkmal, so wie alle anderen antifaschistischen Denkmäler zunehmend gefährdet sind, denn Geschichtsrevisionismus und Antikommunismus nehmen zu. Beispiele hierfür sind die Verfolgungen von Kommunisten in Polen und Tschechien, die schon bis zum Verbot reichen. Er wies des weiteren darauf hin, dass die Merz-Regierung einen General-Angriff auf die Lebensbedingungen der Werktätigen, der Jungen (Stahlhelm statt Bildung), der Alten (Renten) und aller Menschen, die ohne goldenem Löffel im Mund geboren wurden.
Ellen Brombacher Sie zitiert zu Beginn ihrer Rede Ernst Thälmann „Die Geschichte unseres Lebens ist hart, deshalb fordert sie ganze Menschen. Du, ich und alle Mitkämpfer für unsere große Sache müssen alle stark, fest, kämpferisch und zukunftssicher sein.“ Ellen Brombacher führte aus, dass wir heute noch legal arbeiten und kämpfen können, keiner von uns muss Folter und Haft ertragen. Und obwohl Thälmanns Situation viel schwieriger war, blieb er stets zukunftssicher, weil es die Sowjetunion gab, weil überall gegen die Faschisten gekämpft wurde. Für das was wir heute erleben und was uns noch bevor steht, müssen wir „stark, fest und kämpferisch“ sein, wir müssen für Frieden und gegen Russophobie kämpfen. 27 Millionen Tote Sowjetbürger müssten Mahnung genug sein, aber die Kriegstreiber hetzen weiter. Sie nahm anschließend einige Gedanken Thälmanns zum „Abwirtschaften der Nazis“, was 1933 von der SPD-Führung propagiert wurde oder die inflationäre Verwendung des Begriffs „faschistisch“. Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass man nicht unterschätzen darf, wie gefährlich aber die faschistische Gefahr ist. Nicht allein weil die sogenannte „bürgerliche Mitte“ immer enger mit den Faschisten kungelt.
In Ziegenhals kamen ebenfalls etwas über 100 Menschen, um am authentischen Ort, dort wo sich am 7.2.1933 in Ziegenhals die Führung der KPD unter dem Vorsitz Thälmanns traf, um Ernst Thälmann und den vielen Tausenden Genossinnen und Genossen zu gedenken, die von den Faschisten ermordet wurden. Dort sprach neben Max Renkl, Ralf Kubitza, Vorsitzender der RotFuchs-Regionalgruppe Königs Wusterhausen. Zudem wurde ein Grußwort von Klaus Koch, der in Moskau lebt, verlesen. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der RotFuchs-Singegruppe, die in ihrem Repertoire vor allem Lieder des Spanien-Krieges zum Besten gaben, aus Anlass des 90. Jahrestages der Gründung der Internationalen Brigaden und des Thälmann-Bataillons. Max Renkl verwies in seiner Rede auf Thälmanns Unversöhnlichkeit – gegen die Faschisten, gegen den deutschen Imperialismus, seine Liebe zur Arbeiterklasse, als der Klasse, in der die Zukunft der Menschheit schlummert. Gemäß dem Mottoteil „Schluss mit spalte und herrsche“ führte er u.a. aus, dass es nicht die Flüchtlinge sind die den Wohnungsbau verhindern, Menschen auf die Straße setzen oder Löhne kürzen – es sind Deutsche und zwar die deutsche Regierung und das deutsche Kapital. Die Geflüchteten dagegen sind unsere Klassenbrüder und -schwestern, Werktätige, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Es gilt gegen die Standort-Logik des Kapitals unseren proletarischen Internationalismus entgegen zu setzen. Er argumentierte zum anderen gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD in Friedensfrage, weil „Es mag den ein oder anderen geben Friedensfreund oder echten Freund Russlands geben, der die AfD wählt oder sogar Mitglied geworden ist, weil er ihnen auf dem Leim gegangen ist, aber jemand der wirklich Frieden will, der hat nichts mit oder in der AfD zu suchen.“ Abschließend ging er auch auf das Konkurrenzverhältnis zwischen USA-Deutschland ein und kritisierte scharf die Haltung „mehr Deutschland wagen“, weil sie so tut als gäbe es keine Konkurrenz zwischen dieses imperialistischen Ländern. Anschließend sprach Ralf Kubitza, der die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen und Parteien betonte, die ein gemeinsames Ziel verfolgen – gegen Aufrüstung und Krieg, Faschismus und Rassenwahn. Er skizzierte den Lebensweg Ernst Thälmanns und die Bedeutung seines Kampfes für uns heute. Schließlich ging er auf Inhalt und Bedeutung des RotFuches ein, der „Tribüne für Kommunisten, Sozialisten und andere Linke“.
Mit großem Dank an die Spender/-innen berichtete Max Renkl, dass der Freundeskreis seine kompletten Spenden-Einnahmen vom April 2026 – in Höhe von 1000 Euro – an Kuba gespendet hat. Auf beiden Veranstaltungen wurde zudem nochmals gegen die Entscheidung protestiert, dass das Bezirksamt Berlin-Pankow die Vorführung des Films „Die Fahne von Kriwoj Rog“ (1967), die für den 1. August vor dem Thälmann-Denkmal geplant war, verboten hat. Der Freundeskreis Ernst Thälmann wollte gemeinsam mit der SDAJ Berlin und der DKP Berlin diesen Film zeigen – das Verbot ist ein weiteres Zeichen von Geschichtsrevisionismus und Kriegsvorbereitung!


