Erstmals „Sudetendeutschen Tag“ im Mai 2026 in Brno, Tschechische Republik!

Die Revanchisten der „Sudetendeutschen Landsmannschaft“ rufen erneut zum „Sudetendeutschen Tag“ auf, erstmal auf dem Staatsgebiet der Tschechischen Republik in Brno. Dank dem Revolutionären Freundschaftsbund, RFB, der in seiner neuesten Ausgabe des „Roten Sturms“, Nr. 33 auf dieses skandalöse Treffen aufmerksam macht. Der RFB weist darauf hin, dass die Vorbereitungen der Gegenproteste unserer tschechischen Freunde und Genossen bereits beginnen und veröffentlicht Hintergründe des „Sudetendeutschen Tages“, der „Sudetendeutschen Landsmannschaft, SL“ und erster Gegenstimmen aus der Tschechischen Republik. Wir möchten diese Information hier weiter verbreiten. Wir veröffentlichen Auszüge aus dem „Roten Sturm“, Nr. 33 und stellen die ganze Ausgabe als pdf zum download zur Vefügung. Siehe weiter unten.

Vor dem „Sudetendeutschen Tag“ 2026 in Brno / Tschechische Republik (aus Roter Sturm, Feb./März 2026, Nr.33)

Krieg in der Dimension des 3. Weltkrieges: die imperialistischen Großmächte mit ihren militaristischen erfahrenen aggressiven Organisationen NATO und EU rüsten auf, um Russland, China und ihre Verbündeten militärisch als Gefahr für ihre kolonialen Weltmachtansprüche zu besiegen und zu vernichten.

Welche Rolle spielt die Sudetendeutsche Landsmannschaft e. V. (SL)?
In welcher Tradition steht sie? Kurzer Exkurs:
Seit 1950 ruft sie alljährlich zum „Sudetendeutschen Tag“. Die SL ist eine der Landsmannschaften im „Bund der Vertriebenen“ BdV. Sie wird von Historikern als eine der aggressivsten revanchistischen Landsmannschaften eingeschätzt. 1954 übernahm die Regierung Bayerns die Schirmherrschaft und baute den politischen Einfluss in der SL ständig aus. Zahlreiche Städte der Bundesrepublik und zwei Städte in Österreich übernahmen Patenschaften für die Pfingsttreffen „Sudetendeutscher Tag“.

Beispiele:

  • 1950 Kempten/Bayern unter dem offiziellen Motto „Gebt uns die Heimat wieder“
  • 1960 München/Bayern, Motto “Dem Recht die Treue“
  • 1964 Nürnberg/Bayern, Motto „Versöhnung ja – Verzicht nein“
  • 1972 Stuttgart/BW, Motto „Unser Auftrag bleibt Freiheit und Selbstbestimmung“
  • 2013 Augsburg / Bayern, Motto „Zukunft braucht Heimat“

Die SL baute Strukturen auf; nach „Heimatlandschaften“ und „Heimatkreise“ (Adlergebirge, Böhmerwald / Budweis; Egerland / Asch / Karlsbad; Riesengebirge / Hohenelbe/ Trautenau; Südmähren / Neubistritz / Nikolsburg. usw. und heutige Wohnsitze von Mitgliedern / Unterstützern in der BRD.
Kernforderungen, die von Politikern der SL bei den Pfingsttreffen / Höhepunkten wiederholt und oft spektakulär in Losungen gestellt wurden und werden: „das Unrecht der Vertreibung“, „die offene deutsche Frage“, „das Selbstbestimmungsrecht auch für Sudetendeutsche“, „das Recht auf Heimat“, „Gerechtigkeit schafft Frieden“, „Rückgabe des Sudetengebietes an die Sudetendeutschen“…

Bundesvorsitzende der SL, die besonderen Einfluss auf die postulierten politischen Ansprüche
hatten, haben: Walter Becher (verst. 2005), Vorsitzender bis 1982. NSDAP. Kriegsberichterstatter der
faschistischen Wehrmacht / Einsatz in Propagandakompanien vor Moskau und Kiew. Sohn einer Unternehmerfamilie in Karlsbad (Produktion und Vertrieb „Becherovka“). Nach Einmarsch der Wehrmacht in die Tschechoslowakei Redakteur des NS-Gauorgans Die Zeit in Reichenberg. Wütender Antisemit. Forderte die „Entjudung des Sudetengebietes“. 1939 war Becher wie einige weitere NSDAP-Mitglieder von strafrechtlicher Verfolgung nach § 175 StGB betroffen (6 Monate „Schutzhaft“ und Ausschluss aus der NSDAP).
Becher nutzte das in seinen Memoiren, um sich nach 1945 als „Gegner und Opfer der NSDAP darzustellen. 1959 Beteiligter bei der Gründung der National-Demokratischen Union (NDP), einer konservativen Sammlungsbewegung, an der sich auch der Witikobund (Nationale Gesinnungsgemeinschaft der Sudetendeutschen) unter Vorsitz von Becher beteiligte. 1967 trat er der CSU bei.
Bernd Posselt, Vorsitzender der SL seit 2008. Seine politische Charriere ist eng mit der familiären Herkunft (Nordböhmen / Gablonz und Österreich / Graz) und der Paneuropabewegung des Otto von Habsburg sowie der CSU verbunden. Politisch orientiert er sich am Bamberger Programm der Paneuropa-Union als „übernationale Bewegung“ (9. Juni 1996): Bei Posselt ist zu lesen: Über „die Befreiung der Völker Mittel- und Osteuropas vom Joch des Kommunismus“. In diesem Sinne ist er mit bzw. in verschiedenen Initiativen beteiligt.1975 gründete er die „Paneuropa Jugend Deutschland“, 1976 gemeinsam mit der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte IGfM, finanziell gefördert durch das Bundesministerium für
innerdeutsche Beziehungen, das Brüsewitz-Zentrum. Seit den 80er Jahren koordinierte Posselt als Präsidiumsmitglied der Paneuropa-Union Deutschland die Untergrundgruppen in den ehemaligen sozialistischen Ländern Mittel- und Osteuropas und war Sommer 1989 an der Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze als „Paneuropäer“ beteiligt. Sein Charakter: ein politischer Provokations-Politiker.
Dennoch schaffte er es nicht, bei allen Wahlen zum Parlament der EU mit den Stimmen der CSU gewählt zu werden. Dann arbeitete er als „freier Journalist“ ohne Mandat und Stimmrecht auf eigene Kosten.

Am 24. März 2003 wurde das Sudetendeutsche Büro der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Prag als „sudetendeutsche Botschaft des guten Willens“ in der Tschechischen Republik in Anwesenheit tschechischer und deutscher Politiker eröffnet. Erkennbares Ziel: als „Europaabgeordneter“ der „Sudetendeutschen Volksgruppe“ ihren Platz in der EU zu sichern sowie die „Vision eines Europäischen Bundesstaates mit
gemeinschaftlicher Außen- und Sicherheitspolitik (Europäische Regierung)“ zu verwirklichen.

Aktueller Höhepunkt der europäischen imperialistischen Machtpolitik ist durch Missbrauch sogenannter Heimatvertriebener: der „76. Sudetendeutsche Tag in Brünn“ – erstmals auf dem Territorium der Tschechischen Republik

22. – 25. Mai 2026 in Brno, CR, angekündigt:
Hauptkundgebung am Pfingstsonntag mit Reden durch Bernd Posselt, des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, „Grußworten“ aus Politik und Zivilgesellschaft der Tschechischen Republik; Volksfeste zur „Erlebbarkeit des Kulturerbes von Sudetendeutschen und Tschechen“; „Weitergabe der Erlebnisse der „Vertriebenen“ an die Enkel und Urenkel“

Quelle: Aufruf der SL „Alles Leben ist Begegnung“.

Des Pudels Kern:
Teils offener, teils verdeckter Revanchismus. Leugnung der faschistischen Okkupationsverbrechen 1938 -1945. Leugnung der Beschlüsse der Alliierten-Konferenzen in Jalta und Potsdam sowie der Urteile der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und damit des Völkerrechts.


Teile der tschechischen Zivilgesellschaft wehren sich gegen die mit Geschichtslügen vorgetragenen revanchistischen Ansprüche imperialistischer Kräfte

Der Vorstand des Revolutionären Freundschaftsbundes „Ernst Thälmann und Kameraden“ e. V. in der Tradition der revolutionären Arbeiterbewegung erhielt vom Vorstand der tschechischen Bruderorganisation Klub des tschechischen Grenzlandes e. V. und der Redaktion des Monatsmagazins DER GRENZER folgende Information zum bevorstehenden Kongress der Sudetendeutschen Landsmannschaft:


„Das Kongress–Motto: „Vertreibung war Ungerechtigkeit“, widerspricht der historischen Wahrheit und den internationalen Vereinbarungen der Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Sudetendeutsche Landsmannschaft ist kein Kulturverein, sondern eine politische Organisation mit Unterstützung bayerischer Strukturen und Mittel aus dem Provinzhaushalt.
Ziel ist es, das Thema der „Vertreibung“ im europäischen Raum aufrechtzuerhalten und die Grenzen der öffentlichen Debatte schrittweise auf die Revision der Nachkriegsvereinbarungen zu verschieben.
Die Tschechische Republik muss sich über die Tatsachen von den Lügen befreien:

  • Die Vertreibung wurde von den siegreichen Mächten beschlossen und ist rechtlich geschlossen.
  • Die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus ist zu schützende Pflicht unstatthaft sie zu relativieren.
  • Die Souveränität des Staates darf nicht durch symbolische Gesten untergraben werden.
    Der Tschechische Grenzclub lädt Bürger, Vertreter der Stadt Brünn und die nationale politische Vertretung ein, klar zu erklären, dass die Tschechische Republik keinen Raum für Ereignisse bieten wird, die die Nachkriegsvereinbarungen relativieren und unsere Souveränität bedrohen. Unsere Position ist klar: Brünn ist kein Trojanisches Pferd. Die tschechische Souveränität steht nicht zum Verkauf. Die Erinnerung an die Opfer des deutschen Nationalsozialismus ist eine Verpflichtung, die wir ehren müssen.
  1. Sitzung des Nationalrats der KČP Prag, den 29. November 2025 (aus: Club-Newsletters „Der Grenzer“)“

„Roter Sturm“, Februar/März 2026, Nr. 33